Nachruf
Unser Ehrenmitglied Alfred E. Lindenbaum ist am 26.03.2026 im Alter
von 93 Jahren verstorben.
Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von Alfred Lindenbaum erfahren.
Im Namen der acon möchten wir der Familie und allen Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen.
Alfred war über viele Jahre hinweg ein enger Weggefährte von Wolfgang Schallmey und, neben Paul Schirlo, war Alfred der prägende Lehrmeister von Wolfgang. Bei zahlreichen Aktivitäten innerhalb der acon haben Alfred und Wolfgang vertrauensvoll Hand in Hand zusammengearbeitet. Diese gemeinsame Zeit war nicht nur fachlich wertvoll, sondern auch menschlich von großer Bedeutung.
Auch ich, Magga Corts, durfte Alfred noch persönlich kennenlernen und habe ihn als einen sehr besonderen Menschen erlebt. Sein Tod erfüllt uns beide mit großer Traurigkeit. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen außergewöhnlich erfahrenen Therapeuten, sondern vor allem einen Menschen, der sein Wissen, seine Haltung und seine langjährige Erfahrung über viele Jahrzehnte hinweg mit großer Hingabe weitergegeben hat.
Alfred war Chiropraktiker und Osteopath in der vierten Generation. Diese besondere familiäre Tradition und das überlieferte Wissen prägten sein berufliches Wirken auf eindrucksvolle Weise. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch seine Veröffentlichung „Lehrbuch für traditionelle Chiropraktik und strukturelle Osteopathie“.
Nicht ohne Grund wählte er den Untertitel „Der funktionell gestörte Bewegungsapparat und seine traditionelle Handgrifftechnik nach Alfred E. Lindenbaum“, denn darin kommt sein tiefes Anliegen zum Ausdruck, traditionelle Techniken nicht nur zu bewahren, sondern sie auch sorgfältig, verantwortungsvoll und fachlich fundiert weiterzugeben.
Mit der über drei Generationen überlieferten Handgriffbehandlung arbeitete Alfred über viele Jahrzehnte hinweg in seiner Praxis. In dieser langen Zeit hat er nicht nur Bewährtes erhalten, sondern durch seine große Erfahrung und sein feines therapeutisches Gespür auch eine ganz eigene Handschrift in den angewandten Techniken hinterlassen.
Es war ihm stets ein großes Anliegen, überliefertes Wissen nicht nur zu bewahren, sondern es mit Verantwortungsbewusstsein weiterzugeben. Ebenso wichtig war es ihm, die Grenzen einer Behandlung klar zu benennen, insbesondere im Hinblick auf Indikationen und Kontraindikationen. Diese verantwortungsvolle und zugleich traditionsbewusste Haltung zeichnete ihn in besonderer Weise aus.
Über viele Jahre hinweg war Alfred mit zahlreichen Vorträgen und Seminaren in der acon tätig. Er leitete gemeinsam mit Paul Schirlo über viele Jahre den acon-Arbeitskreis Osnabrück und prägte damit die fachliche Entwicklung vieler Therapeutinnen und Therapeuten nachhaltig. Mit großer Offenheit und fachlicher Tiefe gab er sein umfangreiches Wissen an Kolleginnen und Kollegen weiter. Etwas, wofür wir ihm bis heute sehr dankbar sind. Viele der von ihm vermittelten Techniken finden sich noch heute im Ausbildungskatalog des acon-Collegs wieder.
Insbesondere die Behandlung der Gelenke in Verbindung mit vorbereitenden Weichteilbehandlungen ist bis heute ein elementarer Bestandteil der Behandlungstechniken, die im acon-Colleg gelehrt werden. So wirkt Alfreds fachliches Vermächtnis bis heute weiter, in der Lehre, in der therapeutischen Praxis und in all jenen, die von seinem Wissen und seiner Erfahrung lernen durften.
Besonders berührend ist, dass Alfred dieses wertvolle Wissen auch an seinen Sohn Bernd weitergegeben hat. So leben seine Erfahrungen, seine Techniken und seine therapeutische Haltung nicht nur in seinen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen fort, sondern auch ganz unmittelbar in seiner Familie. Auf diese Weise werden die traditionellen Behandlungstechniken nun in die fünfte Generation getragen, ein beeindruckendes Vermächtnis, das Alfreds Lebenswerk auf besondere Weise weiterführt.
Wir werden Alfred in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten.
In stiller Verbundenheit
Wolfgang Schallmey und Magga Corts
im Namen der acon
Die Trauerfeier ist am 18.04.2026 um 9:30 Uhr in der
Kolumbariumskirche Heilige Familie, Voxtruper Straße 83, 49082 Osnabrück